Montag, 2. Oktober 2017

Oktober




Vorhin bin ich fast kollabiert. Hatte versehendlich den September-Post gelöscht, au weia! Nach einigem Rumgegoogel und dem Tipp, im Verlauf zu suchen, Seite aufrufen, kopieren und neu einfügen, kam die Rettung und mein Adrenalin ging wieder runter. Nun läuft der September-Post zwar auch unter Oktober, aber das ist ja wurscht.




Das sind Gastgeschenke, was?! Bleibt uns vom Leib mit Blumen oder Vasen, mit Uhren oder Schmuck, mit Geld oder schnellen Autos - schenkt uns Möhren, Zucchini oder Lauch aus dem eigenen Garten, bringt Äpfel mit und Birnen, und natürlich eure Freundschaft ...



Große Weser-Runde gemacht, bis zum Wehr und zurück, gute drei Stündchen.


Tag der Einheit, jo, schöner Himmel ...


ein Traumschiff ...



kein Fernweh ...


nicht drängeln ...


aha, Angler (vielleicht geh ich nachher auch noch mal kurz anne Lesum).


So, jetzt hab ich mich über´s Barfen weitergebildet. Buch gelesen, ein gutes Buch, alles verständlich erklärt was Bedarf, Inhaltsstoffe usw. angeht. Auch über die potentiellen Fallen und Fehler wird geredet, und natürlich kurz der Mythenblödsinn der Futtermittelindustrie und im Gefolge der Tierärzte (nicht alle, aber viele, zu viele) angetippt. Ein Standardwerk, find ich. 
Hier, klick.

Ich will für mich mal kurz rekapitulieren (und wenn ein barferprobter Leser bei mir einen "Denkfehler" entdecken sollte, dann bitte kurz anmailen über "Schreib was" am linken Rand, bin für Anregungen immer offen). Also:

Oberbegriff Rohfütterung, Unterbegriff Barfen.

Das Barfen ist eine Rohfütterung mit Konzept, nämlich dem Beutetierkonzept. Man ahmt ein typisches Beutetier der Caniden nach, d.h. seine Zusammensetzung aus Fleisch, Innereien, Pansen, Knochen, Knorpel etc.
Daraus ergibt sich anteilig, was ein Hund unterm Strich braucht, um richtig gesund zu sein. Nämlich:
50% Muskelfleisch, durchwachsen, denn Fett ist der Energieträger für Hunde. Nudeln oder Reis sind im Beutetier nicht auffindbar, ein Hund braucht keine Kohlenhydrate.
20% Pansen, Vormagen.
15% Innereien (Herz, Nieren, Leber, Milz)
15% Knochen und Knorpel.
Der tierische Anteil sollte 80% ausmachen, der pflanzliche 20%.
Der pflanzliche Anteil setzt sich zusammen aus diversen Gemüsen und Obst (roh püriert oder gedünstet, Kartoffel z.B. nie roh füttern). Dazu einen TL Lachsöl, Zufuhr von Omega 3 und 6 Fettsäuren, weil Schlachttiere aus Massentierhaltung eine schlechtere Fettsäurenzusammensetzung haben als Wildtiere.

Die Tagesration für einen 23 kg-Entlebucher liegt um die 600 g, also 480 g Fleischliches, 120 g Pflanzliches, als Anhaltspunkt. 
Cleo bekommt demnach als Tagesmenü, aufgeteilt auf zwei Mahlzeiten, und natürlich wird da variiert, nicht immer nur vom Rind, nicht immer strikt das angesprochene Muster:
240g Muskelfleisch, 100g Pansen, 70g Innereien, 70g gewolfter Entenrücken. Und die 120g Gemüsiges, Obst.
Der Hund braucht die rohen Fleischknochen, die sogenannten RFK, 50% Knochen, 50% Fleisch. Knochen immer roh geben, erhitzte Knochen splittern, sind gefährlich. Überhaupt sind Knochen nicht ganz unproblematisch, da ist schon mancher Zahn gebrochen und manche Zunge abgeschnürt worden. Darum bietet sich der gewolfte Entenrücken an, alles drin und dran, und ungefährlich.

Natürlich gibt´s auch mal paar Stückchen Käse, das kleine Leberwurstbrot oder ne Kelle vom Buchweizenauflauf, und obligatorisch das Stückchen gebratenen Seelachs am Freitag, hahaha. Zum Knabbern ham wir lange getrocknete Pansenstangen (aus einen realen Stück Pansen, nicht die geschredderten Röllchen), getrocknete Putenhälse und die bekannten Rinderhautstängeles, 10mm dick. Kehlköpfe, von wem auch immer, sind am besten zu meiden, da in den Dingern noch ne Menge Schilddrüsenhormone rumgeistern und die im Übermaß verzerrt sind gar nicht gut.
Schöne Erklärung aus dem Barfbuch: Ein 30 kg schwerer Hund bräuchte über drei Jahre, um ein komplettes Rind zu verspeisen. Und dieses Rind hätte natürlich nur einen Kehlkopf ... 
Bei Hühnern und Puten liegt der Kehlkopf am unteren Ende, ist also nicht Teil der Hälse-Knabberei. Wir halten uns da trotzdem zurück, ein Hals pro Woche sollte reichen.

So, fertig, ach so - man kann auch mal Nudeln, Haferflocken oder dergleichen geben, aber es ist nicht notwendig, und von Getreideallergien bei Hunden hört man ja viel in letzter Zeit.

Hab ich was vergessen, missverstanden oder überlesen?

Demnächst werd ich uns ein komplettes Beutetier in den Gefrierschrank (Fassungsvermögen 10 kg) packen, dann kann nix schiefgehen: Fünf Mal den 1000g-Beutel Muskelfleisch, zwei Mal den 1000g-Beutel Pansen, drei Mal den 500g-Beutel Innereien (Herz, Leber, Niere) und drei Mal den 500g-Beutel gewolfter Entenrücken.





Seit Tagen (gefühlt ne Woche) ist Mistwetter. Regen, Wind bis Sturm, matschige Wege, überschwemmte Wiesen, durchgeweichte Schuhe, nasse Klamotten, verwirbelte Augenbrauen - und ein fröhlicher Hund!




Die Mango-Zeit beginnt, sehr lecker, zwei Stück für 2,99 bei guter Qualität. Und frische Feigen, Bio, kannste mit Schale verputzen. Wenn man da die richtigen erwischt (also keine unter 80 Cent/Stk.), dann ist einem das Wetter vollkommen egal, ehrlich ...





Zu Risiken und Nebenwirkungen - Warum im Hundetraining manches schief läuft.
(klick hier)

Die „neue“ Generation Hundetrainer propagiert sowohl in der Hundeerziehung als auch in der Verhaltenstherapie bei problematischen Hunden die angeblich effektivste und stets „heilsame“ Macht der sogenannten POSITIVEN VERSTÄRKUNG als alternativlose Umgangs- und Trainingsform mit Hunden. Hingegen werden reglementierende Umgangsformen im Zusammenleben mit dem Hund als „Strafreize“ und damit aversive Einflüsse kategorisch abgelehnt. Bei diesem zweifelsfrei ideologisch gefärbten Standpunkt bleibt jedoch bei nüchterner und bodenständiger Betrachtung der fade Beigeschmack einer modernen Scheinheiligkeit unverborgen. Hier wird einfach ein in der Theorie immer funktionierendes Modell auf den Praxis-Alltag umgesetzt, das genau dort in vielen Fällen eben nicht immer funktioniert bzw. erklärbar gar nicht funktionieren kann!
Wer einen Welpen ein oder zwei Jahre lang durchs Leben begleitet und dabei irgendwann feststellt, dass die ausschließlich angewendete positive Verstärkung klare und nachvollziehbare Grenzen hat, steht häufig in der Mensch-Hund-Beziehung vor einem Scherbenhaufen. Sein Hund übrigens auch! 

(Thomas Baumann, 2016)


Es ist Sonntag, der Tag nach Samstag. 
Erster Gassigang vor die Tür, Cleo unangeleint, mein Nachbar (ein großer voluminöser junger Typ) kommt unerwartet (naja ...) von rechts vorbeigeschlendert. Cleo im Begrüßungswahn rennt paar Schritte hin und springt kurz an ihm hoch. "Tut mir leid, sie macht immer noch Blödsinn", sach ich. "Och, das macht nix, ich kenn das von meiner Oma", sacht Nachbar freundlich. "Ah geh", sach ich, "die springt Dich auch an?", "Nö, aber die hat einen jungen Rottweiler", und wir lachen über uns.

Nach dem Frühstück ab nach Neuhelgoland, die Hamme ruft! Und was ganz Besonderes gibt´s noch:
Herrliches Wetter, blauer Himmel, mild, kein Wind!!!




Kiebitze auf der Flucht? Oder fliegen die in den Urlaub? Erholt euch gut, bis nächstes Jahr!



Das "Breite Wasser". Tiefe Stille herrscht im Wasser, ohne Regung ruht das Meer ...





Der Weg soll das Ziel sein? So´n Quatsch ...




Eine alte Freundin von uns, die Mackensen-Eiche, 350 Jahre alt (klick hier).



 Im Winter hatte sie was Graphisches ...


Aber sie war nicht nur alt, sie war auch krank. Vor einigen Jahren brach ihr ein dicker Ast ab, aber sie hielt tapfer durch.


Dem großen Herbststurm "Xavier" in der letzten Woche konnte sie nicht mehr trotzen. 
"Denn alles was entsteht ist wert, dass es zugrunde geht",

(Johann Wolfgang v. Goethe, Faust)




Lauchtorte gab´s. Hat nix mit Kuchen zu tun. Lauch, Pilze, Pinienkerne, Creme fraiche, Mürbeteigboden, mit Ei und Käse überbacken in der Tarteform. Sehr delikat.

Wir lesen allabendlich im Daunenbett die Autobiografie von Carl Zuckmayer, "Als wär´s ein Stück von mir". Der Schriftsteller und Dramatiker (Der fröhliche Weinberg, Des Teufels General) hat die letzten 20 Jahre seines Lebens in der Schweiz (weit draussen auf dem Land) verbracht. "Zuck" war ein wirklich guter Typ, und was für einen Hund hatte er wohl? Genau, einen Entlebucher, Axel.






"Es liegt der Wald im letzten Abendschimmer,

der Nebel steigt herauf vom Wiesengrund,
der alte Förster sitzt in seinem Zimmer
und streichelt traumverloren seinen Hund ..."

(Brüll !!!)




Ausgiebig inner Steller Heide gewesen, Suchspiele gemacht - sie findet immer gleich alles, naja, fast immer. Jetzt gibt´s Kartoffelpü mit Blumenkohlröschen in Butter mit Semmelbrösel überbacken. Cleo kriegt auch was ab, und das weiß sie auch schon ...



Ich war ja im früheren Leben Smutje auf der "Walroß", unter Käpt´n Flint. Da bin ich noch an die Enge von Kombüsen gewöhnt ...




Vorhin gab´s das obligatorische Feuerwerk zum Beginn des Bremer Freimarkts, es ist der 982ste. 
Hier mal zwei Impressionen aus unserem Küchenfenster fotografiert.






Sonntag, wir waren den Tag über bei Eske und unseren dazugehörigen Freunden. Geplant war ein Besuch ins 
Deutsche Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Wilhelm Busch in Hannover.



Vorher gingen wir noch ausgiebig durch den Georgengarten und die beiden Hunde tobten sich wie üblich um den Verstand. Irgendwann sollte die Sache in ruhigeres Wasser kommen, und Eske refft dann auch ihre Segel, klinkt sich aus dem "Irrsinn" aus. Cleo hat allerdings Schwierigkeiten ihren  Erregungspegel wieder runterzufahren, bleibt überdreht auch an der Leine und es dauert eine Zeitlang bis sie in den anderen Modus kommt. Schon etwas nervig, weil ich den richtigen Ausschalter noch nicht gefunden hab. Aber wenn´s den gibt, dann find ich den auch, am Ball bleiben ...



Die Ausstellung war besonders, ganz besonders! Sehr vielfältig aufgebaut, von Füsslis Nachtmahren über die deutschen Karikaturisten bis hin zum Altmeister Honoré Daumier, Horst Janssen war auch dabei. Wir waren begeistert!







Was gab´s zu Essen? Ulrike hatte sich (wenn´s noch möglich wäre, hahaha) selbst übertroffen:
Frisches Joghurtbrot, fast noch warm, eine Spinatquiche mit Feta und um die Völlerei abzurunden eine Mango-Quark-Torte.




Mein Schutzengel

Er schüttet mich aus,
 das Kind mit dem Bade.

Ich springe nicht gerne,
 wer springt fällt in Gnade.

Soviel ich auch stemme,
 er zinkt die Gewichte.

Will ich mit der Tante,
 beschützt er die Nichte.

Zerwerfe ich Scheiben,
 er handelt mit Kitt.

Und geh ich verloren, 
mein Finder geht mit.

(Günter Grass)





So, da sind wir wieder, wo war´n wir nur? Ich weiß auch nich ...
Das Barfen läuft wie von selbst, mir macht´s Spaß, und Cleo hat das gefunden, was sie immer schon wollte: 
Speisen wie ein Wolf in Kanada ...
Eine größere Gefriertruhe ist im Gespräch, die jetzige reicht für zwei Wochen. Ist ok, aber für vier Wochen wär auch nicht übel. 
Der Keller müßte umorganisiert werden, platzmäßig, Feng shui wird kommen müssen, schau´n wir mal.




Sonnenaufgang, Blick aus dem Küchenfenster, irgendwie ist nix mehr wie früher ...



Sonntagsspaziergang, gute zwei Stunden durch die "Bremer Schweiz" (klick). Landschaftlich schön, vielfältig, nur der momentane Zustand der Wege nagte an der Euphorie ...



Haus eines Walfängers, zwei Barten als Blumenbogen,








Dann gab´s eine Kartoffel-Spitzkohl-Pfanne - nicht wenig Butterschmalz, zerstoßener Kümmel, reichlich Pfeffer.


Heizung büschen an, "Downton Abbey" kucken, stricken.


Obergrenze? Wenn ich mal gar nicht weiß, was ich machen soll, dann bring ich mich auf den neusten Stand der Berichterstattung zum Thema: Wölfe in Deutschland. Wobei von einer Berichterstattung im Sinne einer objektiven, kritischen Betrachtung der Realitäten überwiegend nicht die Rede sein kann. Es sind eher vorurteilsbelastete, polemische, hysteriegeneigte, ideologische, teilweise pathologische Grabenkämpfe zwischen Feind und Freund. Es wird romantisiert, verteufelt, geliebt und gehasst. Es wird runtergespielt und aufgebauscht, es wird bewußt Falschzeug geredet, es wird auch verträumt ignoriert und so weiter, das volle Programm menschlicher Unzulänglichkeiten.
Was ist zu tun? Was kann getan werden? Die "Sache Wolf" laufen lassen, den Landwirten und Schäfern mit Zaunzuschüssen und Ausgleichszahlungen finanziell unter die Arme greifen - oder nach altem Muster ausrotten? Es werden Obergrenzen bzw. ausgewiesene Wolfsgebiete gefordert. Obergrenzen festlegen scheint bei schlichten Gemütern neuerdings das Mittel der Wahl zu sein. Natürlich hat jeder Standpunkt seine Berechtigung - wie hirnrissig er auch sein mag. Und den Königsweg kenn ich natürlich auch nicht. Ich weiß es nicht. Wieder mal wird deutlich (Psychiater wissen das schon lange): Probleme sind nicht (auf)lösbar, man kann sie bestenfalls managen, lernen mit ihnen umzugehen.
Zwei klare Ansichten hab ich allerdings doch. Zum einen darf es nicht sein, dass ein im Straßenverkehr schwer verletzter Wolf seinem oft stundenlangen Todeskampf überlassen wird, weil seltsam ausgetriebene Blüten im Naturschutz den erlösenden Fangschuß von streng geschützten Tieren verbieten. Und zum anderen verbietet sich ein Mitspracherecht der Jägerschaft. Gegen das Geschwätz antiquierter Männerbünde kann man nichts machen, klar, aber die ohnehin mit ihren Aufgaben der Wildregulierung überforderten "Totmacher" entscheiden zu lassen, welche geschützten Tiere nun ins Jagdrecht aufgenommen werden (jaja, ich weiß, es gibt auch gute Jäger, das sind dann meistens Frauen), hieße den Bock zum Gärtner zu machen. Ich will nicht, dass mein identitätsschwacher, dünnfingriger Zahnarzt am Wochenende loszieht und Wölfe mordet, nein, das will ich nicht!

Hier mal was zum Schmökern, wer Lust und Zeit hat ...


Aus "JÄGER",

SPIEGEL ONLINE ,
ZEIT ONLINE ,
NEUE OZ ,

(klicken bitte)












September





Gestern war Girls´ Day.

Ulrike war mit Eske aus Richtung Hannover angereist - die vier Mädels wollten sich einen schönen Tag machen, langer Gang, viel Gespräch, Kürbissuppe und Kirschkuchen. Es fing schon gut an: Als Cleo und ich nach dem kurzen Morgengang noch vor der Haustür standen, da kam unser Besuch zeitlich etwas unerwartet um die Ecke. Cleo war dermaßen begeistert, dass sie gleich erstmal durch´s runtergekurbelte Fenster zu Ulrike ins Auto sprang! Ich bin bei dem kleinen dicken schwarzen Hund auf fast alles gefasst, aber hier hatte sie mich kalt erwischt. Der Wahnsinn hat eine neue Quälität - ich muss die Hundehaftpflicht aufstocken, hahaha.

Wer die ausgelassene Energie von zusammen 48 kg Entlebucher kennt, der wird verstehen, dass ich im Laufe meines Arbeitstages und zur Abwesenheit verdammt mehrmals versucht war, ein unbeholfenes Gebet abzusondern. Aber ich bin ja Atheist, Gott sei Dank!

Meine beiden Frauen hatten natürlich alles im Griff, die unerzogenen Hunde funktionierten wie Windows 7 und alle Beteiligten hatte viel Spaß und Bewegung! Wahrscheinlich geht´s auch wunderbar ohne mich. Den Gedanken hatte ich am Tag meiner Einschulung auch schon mal ...





Hunde lernen durch Beobachtung und soziale Interaktion von ihren Artgenossen
Es muss unterschieden werden, ob es sich um eine echte Imitation (Nachahmung) oder vielmehr um einen sozialen Reiz, der nur ein Verhalten auslöst, handelt. Über den Lernprozess „Imitation“ gibt’s verschiedene Theorien, man kann aber klar sagen, dass Imitation immer zuerst aus der Beobachtung eines (neuen) Verhaltens und der anschließenden Ausführung des Gesehenen besteht. Voraussetzungen dafür sind, dass der Hund überhaupt Interesse an einer Imitation hat, motiviert ist, und dass er seine Aufmerksamkeit auf sein Vorbild richtet.

Dieses Lernen durch Beobachtung ist bei vielen Tieren schon im frühen Alter zu finden. Studien an der Budapester Universität haben nun eindeutig belegt, dass Hunde nicht nur Artgenossen, sondern auch Menschen intensiv beobachten und nachahmen, imitieren. 
Dr. Ádám Miklósi (Leiter der weltweit größten Forschungsgruppe zum Thema Hund) erklärt die Problematik (mit meinen Worten zusammengefasst): Der Welpe hat während der ersten Lebenswochen dieses Lernen durch Beobachten und Nachahmen der Mutter und Geschwister praktiziert. Dann kommt er in seine zukünftige Menschenfamilie und möchte das Imitieren der neuen Vorbilder (seiner Menschen) fortsetzen. Das wird ihm aber weitestgehend verboten. Er soll nicht mit am Tisch sitzen und nicht mit im Bett schlafen usw., ist ja nachvollziehbar. Der junge Hund wird darauf trainiert nur das zu tun, was erlaubt ist. Soziales Lernen wird also stark eingeschränkt, und ebenso das individuelle, das assoziative Lernen (z.B. Lernen durch Versuch und Irrtum).

Stattdessen wird er hundeschulpädagogisch „motiviert und positiv verstärkt“, er wird dressiert. Lernen ist aber eben (meistens) nicht abhängig von Belohnung oder Konsequenz. Natürlich ist aus diesen Forschungsergebnissen eine Trainingsmethode entwickelt worden (ich übe mich in zurückhaltender Neutralität). Die italienische Kynologin Claudia Fugazza hat ihr auch einen Namen gegeben:
 „Do As I Do“ (mach´s mir nach).

Mir persönlich reicht erstmal die Einsicht (und die hatte ich schon vor dem Lesen meines ersten Hundeerziehungsbuchs und ich wußte auch gar nicht, dass ich sie hatte, hahaha), dass man seinem Hund Freiräume geben und lassen sollte. Dieser behindertenpädagogische Umgang mit Hunden und das Hineinpressen in eine (für einzig sinnvoll erachtete) Methode macht aus einem der intelligentesten Tiere einen bedauernswerten Deppen. Schämt euch! (Heute bin ich wieder richtig fies drauf, oder?).






Mich erinnert Cleo auf diesem Foto an einen sauber eingeparkten Bugatti 57 SC Atlantic aus dem Jahr 1938 ...




Die Faszination eines Welpen besteht in seiner Ermutigung zur Liebe ...






Unsere Züchter haben zwei neue Würfe, sind jetzt um die sechs Wochen alt. Imka (Cleos Mama) hat sieben Welpen, Banu (Erstwerfende) hat zweie. Alle gesund, alle gleichmäßig gelungen. Natürlich mussten wir die durchkuscheln, sind hoch nach Neumünster und hatten einen wundervollen Nachmittag mit Ursula, Rolf und den Hunden!






Heute wieder mit Eske und ihren Menschen einen Tag verbracht. Gleich früh lange durch´s Naturschutzgebiet Werderland, Wesermarsch in Burglesum gegangen. Die beiden Hunde harmonieren jetzt gut, also wenig Nerverei. 



Nur das Grasfressen stört uns, sie fressen viel, alles spricht für Übersprungshandlungen, Stressabbau. Vitamin C-Mangel wird´s sicher nicht sein, und obwohl wir ein Auge drauf haben und verbieten, hat Cleo nach dem Gang "wiedergekäut", siehe Foto.



(Jetzt wird konsequenter durchgegriffen)


Anschließend zu Bodes zum Fischessen gefahr´n, viermal "Verschiedene kleine Filets mit Pü und Chicoréegemüse", lecker.
Dann zur Paula Modersohn-Becker Ausstellung in der Böttcherstraße gewackelt. Und kleinen Kontrollgang durch den Schnoor gemacht (klick hier).



Später gab´s noch ganz frisches Kürbisbrot und reichlich Milchkaffee beim Gastgeber. 
Warum erzähl ich das alles? Weil´s Spaß macht ...



Das geht heute alles so schnell vorwärts, da geh ich am besten erstmal paar Schritte rückwärts ... 
Nehmen wir die Tomaten. Nein, nicht die roten Wassersäcke aus Holland, schon richtige Tomaten. Mittelgroße Allrounder, kleine süße oder ganz kleine zum Cocktail, auch Bio kommt gut bei Tomaten. Wer beim Discounter geizt, der kann weiterklicken, er wird nicht versteh´n worüber jetzt geredet wird. 
Es gibt nämlich eine alte Sorte, fast vergessen, die russische Zuchtform kam 1901 nach Amerika. Ich meine die Ochsenherz-Tomate! Sie ist relativ weit verbreitet, aber im deutschen Sprachraum wenig gehandelt. Eine Fleischtomaten bis 500 g schwer, rot, dunkelrot, rosa und gelb sind ihre Farben und ihre vielfach gefaltete Gestalt erinnert im Aussehen tatsächlich an das Herz eines Ochsen ...



Das Ochsenherz eignet sich ganz vorzüglich für eine "insalata caprese" mit Büffelmozarella und reichlich frischem Basilikum. Wir können dem Büffelmoza nicht viel abgewinnen und nehmen den normalen aus Kuhmilch, fest sollte er sein, also erst fühlen, dann kaufen. Aber eine besonders große Freude macht das Ochsenherz in der Gemüsepfanne mit Zucchini und Champignons (ich höre Frauli in der Küche rumoren, gleich geht´s los, ich muss mich noch umkleiden, BRÜLL!).




Ansonsten nix Neues: Merkel gewinnt, der Schulzomat verliert, Nordkorea droht was der Irrsinn hergibt, Trump festigt seinen Ruf als intellektuelle Zumutung und Werder wird sich wieder am Tabellenende einnisten. Paar Stürme stürmen noch, die Natur schlägt zurück, logo, und unser nächstes Auto wird wohl ein Diesel werden. Man sieht sich. 





Sonntag, nach dem Frühstück, gleich geht´s los!
Somewhere over the rainbow ...




Wasserbüffel vor Fischerhude - Globalisierung, verstehst?



Wohnen in der Natur ...


Erfolglose Mäusejagd, dabei sein ist alles.



Fischerhuder Keramiktage auf Buthmanns Hof.



Dann noch im Lindenlaub Café das Mittagessen besorgt, Nudeln gibt´s heut Abend. 
Und ein gewisses Neurologen-Ehepaar in Aligse weiß jetzt genau wie´s schmeckt, hahaha!



"Nein, das Geheimnis von Haustieren ist nicht, dass sie ihre Halter lieben. Und der Grund, Haustiere zu halten, ist auch nicht, dass Kinder Verantwortung lernen, denn unter der Verantwortung von Kindern würden Haustiere verhungern und in ihrem Dreck ersticken. Aber Haustiere können, was Menschen am schwersten fällt: Sie können Liebe annehmen, ohne jemals das Gefühl zu haben, etwas dafür schuldig zu sein."

Hier der ganze Artikel aus der SZ, klick.

Und hier das Buch, kaufen, lesen, unbedingt, klick!





Huiiiii, der erste Herbststurm ist da! Unwetterwarnung, Böen bis Stärke 12, Regen - das volle Programm. Wie schön mussis sein,
 jetzt auf Rügen Urlaub zu machen ... Gleich geht´s raus, auf´n Wümmedeich, in Wachsjacke und dem Berliner Testament in der Brusttasche, Brüll !!




Auf dem Gang so eine Art Tinitus gehabt, ein Gedicht von Günter Grass, Bohnen und Birnen, hier mal ausschnittsweise:

"... bevor die Feuerwehr die Astern löscht
 und Spinnen in die Gläser fallen, 
um so der Zugluft zu entgeh´n, 
vorher, bevor wir uns verkleiden, 
in ärmliche Romane wickeln, 
laßt uns noch grüne Bohnen brechen. 
Mit gelben Birnen, einer Nelke, 
mit Hammelfleisch laßt uns die grünen Bohnen, 
mit schwarzer Nelke und mit gelben Birnen, 
so wollen wir die grünen Bohnen essen, 
mit Hammelfleisch, mit Nelke und mit Birnen." 


Ich nahm das als ein Zeichen, kaufte ein und nachher gibt´s einen grüne Bohnen Eintopf, aber (frei) nach einem Rezept von Martina Meuth und Bernd Neuner-Duttenhöfer (den beiden WDR-Kochnasen mit der heimeligen Küche).

 Kartoffeln schälen und in nicht zu kleine Würfel schneiden, grüne Bohnen putzen (ich hab zwei Packungen Gefrierbohnen genommen) und in wenig Salzwasser mit einer Kinderhand Bohnenkraut (auch die getrocknete Version aus der Tüte geht) garen. Wenig Wasser ist wichtig, damit der fertige Eintopf nicht wässrig wird, also mal eben alles bedecken.

Inzwischen zwei Zwiebeln schälen und feinhacken, in Butter leicht gelb dünsten, mit büschen Mehl bestäuben und mitdünsten.
Mit halben Liter Brühe (halber Würfel reicht immer, die Dinger sind ziemlich salzig) ablöschen und glatt rühren, einköcheln lassen, es soll sämig sein. Zu den Bohnen geben, nochmal etwas Bohnenkraut für den bohnigen Geschmack dazu und zehn Minuten köcheln lassen. Jetzt mit satt Pfeffer abschmecken, scharf soll´s sein, und ganz zum Schluß einen Becher Schlagsahne zufügen.

Fleisch, egal von welchem Mitgeschöpf, ist absolut entbehrlich, gehört eigentlich gar nicht rein in diesen sauleckeren Eintopf von dem man mindestens zwei Teller essen wird. Und wenn da einer mit Maggie rumfummelt, dann wird sich der Himmel öffnen und die Offenbarung des Johannes wird ein müder Abklatsch dessen sein, was dann passiert ...





So, sie köchelt noch, gleich kommt die Sahne rein, nochmal kurz abschmecken und dann werden die Löffel geschwungen ... 




Vorhin noch die Kralle gefeilt, die ihr früher gebrochen war und ganz runtergeschnitten worden ist (unter leichter Narkose natürlich). Neue Krallen wachsen häufig nicht ganz perfekt nach, stehen leicht nach oben oder zur Seite. Und dann wird bei Bedarf büschen nachgefeilt. Wir ziehen das Feilen dem marzialischen Abknacken vor, dauert `ne Minute länger macht aber mehr Spaß, hahaha.



Der Sturm gestern hat einiges an hölzerner Unordnung hinterlassen. Vorhin um den Unisee gegangen - war ein natürlicher Hindernisparcours, da muss noch kräftig weggesägt werden. Ansonsten ist heute das schönste Frühherbstwetter, fein!




An Picasso gedacht, die blaue Periode ...





Jaja, ich trag´ meine Sachen wenigstens auf ...


Es ist ja immer wieder eine interessante Sache darüber nachzudenken, wie groß der Anteil der Persönlichkeitswerdung seines Hundes ist, der mit einem selbst zu tun hat. Dass man selbst sehr viel damit zu tun hat, ist klar. So ein Hund, also der Welpe, ist natürlich kein leeres Blatt Papier auf das man beliebig schreiben kann, auch klar. Der kleine Hund hat ja schon acht oder zehn Wochen Leben hinter sich, Leben unter den Bedingungen beim Züchter. Selbst wenn diese Bedingungen positiv waren (und ich setze das voraus), selbst dann bekommt man eine Hundepersönlichkeit mit Ecken und Kanten, ein Individuum – keinen PC mit vorinstalliertem Betriebssystem (meine Standardmetapher).

Haben ängstliche Leute immer ängstliche Hunde? Und aggressive Typen immer auch aggressive Hunde? Und humorvolle Menschen haben lustige, kreative Hunde? Und Hunde, die dauergeliebt, antiautoritär und regellos erzogen werden sind die späteren Problemhunde, Haustyrannen, verhaltensreduzierte Fieslinge? Wer Wind säht wird Sturm ernten? Tja, da wird schon was dran sein …

Wie einfach haben´s da die „professionellen“ Halter. Da ist der Hund noch Tier, wird anständig behandelt, muss sich an klare Vorgaben halten, spielt keine Hauptrolle, wird gemocht und respektiert, niemals vermenschlicht - eine emotionale Distanz zum Tier wird aufrecht erhalten. Dagegen ist nichts einzuwenden, vielleicht die sinnvollste Art mit Hunden zu leben.

Aber man muss es so wollen. Und was noch entscheidender ist: Man muss es so können! Wir können´s so nicht, wir wollen´s so wohl auch nicht. Wir haben keine professionelle Distanz zum Hund. Bei uns ist Hundehaltung (was für ein bescheuertes Wort, hahaha) eine einzige Gratwanderung, immer auf des Messers Schneide. Unsere Leben strukturieren sich über unsere jeweiligen Hunde, jetzt um Cleo, die Unbeschreibliche!

Cleo ist die Protagonistin, sie spielt eine Hauptrolle. Aber die Regie führen wir (meistens, hoffentlich). Sie ist ein Hund, ein Tier, aber sie steht uns näher als die meisten Menschen. Sie wird nicht vermenschlicht (meistens, hoffentlich), aber sie wird geliebt mit der Liebe reinster Form (Brüll, verzeih mir, Rilke). Sie ist kein Opfer einer antiautoriären Erziehung, es gibt Regeln, die zu befolgen sind, Basta. Aber sie hat viel Freiraum, muss nicht funktionieren auf Teufel komm raus, sie darf Cleo sein! Sie wird in keine zeitgeistliche Methode gepresst, nicht bestochen und manipuliert, aber ihr werden bei Bedarf die Ohren langgezogen. Sie ist kein Kinderersatz (so wenig wie Tee Kaffeeersatz ist), sie dient auch nicht als Untergebene, als Statussymbol oder zur Illusionserhaltung der eigenen Größe (so wie Karrierefrauen einen Taxifahrer heiraten müssen, um auch im Privaten von Bedeutung zu sein). Ich könnte die Widersprüche, Inkonsequenzen und Fragwürdigkeiten im Zusammenleben mit Cleo noch lange fortführen, mach ich aber nicht, denn wir müssen raus jetzt, in den Wald oder über die Felder, fernab der Zivilisation (wenn´s nur ginge), hinein in die schönste aller Zweitwelten – Halleluja!





Wir sind wieder hier, in unserm Revier,
war´n nie richtig weg, ham uns nur versteckt ...

Eine Wanderwoche in der Eifel.







Besuch gemacht: Rita und Bonnie, die Vier-Mädels-Tour ...



Besuch bekommen: Wenn die Mutter mit dem Sohne ...



Und doch gibt es nur eins, was zählt, was allein wichtig ist:
Den Anbruch eines neuen Tages zu erleben, der die Welt mit Licht erfüllt.





Offtopic:
Deutschland hat gewählt, Deutschland hat etwas verantwortungslos gewählt (denn sein Land an den Rand der Regierungsunfähigkeit zu wählen ist schon blöd), allerdings ist jetzt wieder Leben in der demokratischen Bude, nicht schlecht. Warum allerdings 12 Prozent keine Partei, sondern eine Selbsthilfegruppe gewählt haben bleibt mir schleierhaft ...


Unsere liebste Freundin Ulrike hat für die Urlaubslektüre gesorgt:
"Hunde würden länger leben, wenn ...", Schwarzbuch Tierarzt, von Dr. Jutta Ziegler. 
Wir kannten dieses Buch schon, hatten vor Jahren drin gelesen und dann issis wieder in Vergessenheit geraten. Beim Erscheinen hatte dieses Buch den Charakter eines Skandals, geht es doch mit den Tierärzten und der Futtermittelindustrie hart ins Gericht. Und das sehr begründet, belegbar und komprimiert kompetent. Wie in solchen Fällen üblich bildet sich schnell eine Fangemeinde - und dann die Gegnerschaft dieser Fangemeinde auf dem Rücken der Autorin bzw. der Fakten, man kennt das. Nun hab ich´s also nochmal gelesen (voller Scham es fast vergessen zu haben). 

Fazit: Dass Tierärzte in der weit überwiegenden Mehrheit skrupellose Geschäftemacher sind, Nichtskönner, Fehldiagnostiker und dem tierischen Patienten auf die widerlichste Weise gleichgültig gegenüber eingestellt, wußte ich schon. Die meisten Hundebesitzer ahnen das ...
Dass industriell hergestelltes Futter, naß oder trocken, alles andere als hochwertig ist, ahnen auch viele ... Aber wie minderwertig es ist, das überrascht einen dann doch mit der Zunahme an Wissen darüber und einer kritischen Betrachtung. Natürlich fallen industriell gefütterte Hunde nicht augenblicklich tot um, logo, und es gibt auch viele robuste Vierbeiner, die relativ alt werden und von chronischen Krankheiten verschont bleiben. Helmut Schmidt, der Altbundeskanzler, ist fast hundert Jahre alt geworden und war davon 80 Jahre Kettenraucher. Ist rauchen deshalb als gesundheitsfördernd einzuschätzen? Eher nicht, denk ich.

Nun haben wir unsere Hunde schon nicht schlecht ernährt: Trockenfutter der Premiumqualität und roher Bio-Pansen.
Mein Denkfehler bestand in der Annahme, dass teueres Industriefutter besser ist als preiswertes. Und das stimmt natürlich auch, vermutlich. Nur ist eben teueres Fertigfutter auch nur Fertigfutter mit all den Nachteilen einer idiotischen Herstellungsweise, die alles in der ohnehin zweifelhaften Qualität der Rohstoffe noch zu findende Brauchbare für die Ernährung bis zur vollständigen Wertlosigkeit erhitzt und durch Fleischwölfe dreht, um es dann durch die abstruse Zugaben von undurchschaubaren Synthetikeiweißen und -vitaminen und reichlich Geschmacksstoffen zumindest soweit aufzurüsten, dass der Hund es einerseits überhaupt frisst und andererseits seine paar Jahre auf den Beinen bleibt. Und diesen Teufelskreis durchbricht auch das teuerste Fertigfutter nicht, Mist bleibt Mist.

Mit diesen Gedanken kamen wir aus der Eifel zurück, fuhren am nächsten Tag nach Bassum in "Carne´s Doggi Store" (klick), kauften gut und relativ günstig ein, füllten das Gefrierschränkchen im Keller und nun sind wir Barfer, WOW! Und es ist entgegen einer von der Futtermittelindustrie propagierten Umständlichkeit und Fehlernährungsgefährdung kinderleicht und bei einer knappen Einführung in die Materie geradezu fehlernährungssicher. Ein Hund braucht nicht täglich und auf das Milligramm genau alle nur denkbaren Inhaltsstoffe - Blödsinn, die bekommt der Wolf in freier Wildbahn (und der moderne Mensch wie Du und ich) doch auch nicht. In vernünftigem Maße vielseitig und abwechslungsreich füttern und unterm Strich haben wir einen überaus gesund ernährten Hund. 
So, gut, ich wollte das nur mal mitgeteilt haben. Und wir danken der lieblichen Ulrike, denn die hat´s immer schon gewußt ...





Eier vom Biohof geholt. Eine Nutztierhaltung bei der einem das Herz aufgeht - eine absurde Aussage, aber in unserm Fall isse wahr.





Das Komplett-Barfen ist gut angelaufen. Das Fleisch (Rindmuskel, Pansen, Herz, Nieren), die gewolften Entenrücken und Hühnerhälse (für die Calciumzufuhr) und die Gemüsemixe sind in praktisch zu öffnenden Beuteln und in Würfeln (alles wir zuerst im Ganzen eingefroren, dann in Würfel gesägt) wunderbar für die Tagesration zu portionieren und aufzutauen. Die Gemüseportionen sind allerdings nach dem Auftauen etwas dünn, und Cleo läßt einiges in den Ecken der Futterschüssel zurück. Da Cleo ein begeisterter Kartoffelpüreefresser ist und ich eine Liste über das zu vermeidende Gemüse/Obst habe (bspw. Zwiebeln und Weintrauben), werde ich unseren Gemüsebrei selbst herstellen (dünsten und pürieren machen mir auch Spaß). Möhren und Äpfel werden frisch geraspelt im Magerquark/Joghurt und einem Teelöffel Olivenöl zur Morgen- oder Zwischenmahlzeit. Alle zwei Tage ein Löffel Lachsöl und fertig ist die Barfgrundlage.

Morgen kommen unsere Freunde mit Eske zum langen Gang anner Hamme, dem anschließendem Pizzaessen (selbst auf dem Stein gebacken, logo), und etwas später gibt´s noch selbstgebackenen Kuchen, den bringt Ulrike mit und noch zwei Bücher über´s Barfen.

Eine kleine Posse will ich noch erzählen. Cleo hatte gefressen, Muskelfleisch Rind mit Beilage, und ich hatte ihr zwei aufgetaute Hühnerhälse ins Körbchen gelegt in der Erwartung, dass sie die genüßlich wegknabbert. Cleo kommt, sieht die Hälse und weg sind sie, einfach geschluckt, nicht wenigstens einmal draufgebissen, ich war verblüfft ... Es wurde aber alles angemessen verdaut. In Zukunft werden die Hälse nun geschreddert gefüttert - so ein kleiner dicker schwarzer Hund ist schließlich kein Krokodil, find ich.







Im Gespräch:

Wie sieht es aus?
Es sah schon schlechter aus.
Du hattest Glück?
Es lag am Köder.
Und was hast Du gemacht seitdem?
In Büchern steht, wie ich es besser machte.
Ich meine, was hast Du getan?
Ich war dagegen, immer schon dagegen.
Und wurdest schuldig?
Nein, ich tat ja nichts.
Und hast erkannt, was sich erkennen ließ?
Ja, ich erkannte Gummi mit der Faust ...

(Günter Grass)